Wer heute bei Google eine komplexe Frage stellt, bekommt immer häufiger zuerst eine Antwort und erst danach eine Liste von Links. Die AI Overviews und der KI-Modus von Google verändern, wie Einkäufer, Techniker und Entscheider recherchieren. Für B2B-Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich damit eine konkrete Frage: Wie bleibt man sichtbar, wenn weniger Menschen klicken? Dieser Artikel erklärt, was sich ändert, was gleich bleibt und welche Schritte jetzt sinnvoll sind, auch für Märkte im Ausland.
In diesem Artikel
AI Overviews (auf Deutsch auch als KI-Übersichten bezeichnet) sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google bei bestimmten Suchanfragen oberhalb der klassischen Suchergebnisse einblendet. Sie fassen die Antwort auf eine Frage in wenigen Absätzen oder Stichpunkten zusammen und verweisen auf Webseiten, aus denen die Informationen stammen.
Wichtig für das Verständnis: Die AI Overviews ersetzen die normalen Suchergebnisse nicht. Darunter stehen weiterhin die organischen Treffer und gegebenenfalls Anzeigen. Was sich ändert, ist die Reihenfolge der Aufmerksamkeit. Der Nutzer liest zuerst eine fertige Antwort und entscheidet dann, ob er überhaupt noch weiterklickt.
Google blendet die Übersichten nicht bei jeder Suche ein. Ob eine erscheint, hängt von der Art der Anfrage, von der Sprache und vom Land ab. Auch die Gestaltung ändert sich regelmäßig, weil Google das Format laufend testet.
Der KI-Modus, international Google AI Mode genannt, geht einen Schritt weiter. Er ist ein eigener Suchbereich, in dem der Nutzer nicht eine Liste von Ergebnissen erhält, sondern eine ausführliche, dialogorientierte Antwort. Man kann Folgefragen stellen, die Anfrage verfeinern und im Gespräch weiterrecherchieren, ähnlich wie in einem KI-Chat.
Nach Angaben von Google zerlegt der KI-Modus komplexe Fragen in mehrere Teilfragen, sucht dazu parallel Informationen und setzt daraus eine Antwort zusammen. Auch hier werden Quellen verlinkt, allerdings eingebettet in einen längeren Text. Die klassische Trefferliste spielt im KI-Modus eine deutlich kleinere Rolle.
Verfügbarkeit, Funktionsumfang und Darstellung unterscheiden sich je nach Land und Sprache und entwickeln sich schnell weiter. Wer seine Strategie plant, sollte deshalb nicht auf ein bestimmtes Layout optimieren, sondern auf die Prinzipien, nach denen solche Systeme Quellen auswählen.
Beide Funktionen nutzen generative KI und beide verweisen auf Quellen. Der Unterschied liegt im Nutzungskontext:
Für die Praxis heißt das: Beide Formate belohnen dieselben Grundlagen, also klare, belegbare und gut strukturierte Inhalte. Der KI-Modus verstärkt diesen Effekt, weil er mehr Teilfragen stellt und damit mehr Gelegenheiten bietet, als Quelle für einen bestimmten Aspekt herangezogen zu werden.
Aus unserer Beobachtung erscheinen KI-Antworten vor allem bei informationsorientierten Anfragen, also bei Fragen, auf die es eine erklärende Antwort gibt. Typische Muster im B2B-Umfeld:
Seltener erscheinen KI-Antworten bei klar navigationsorientierten Suchen (der Name einer Marke oder Website) und bei vielen stark transaktionalen Anfragen. Das ist allerdings keine feste Regel. Google passt die Auslösung laufend an, und dieselbe Anfrage kann in Deutschland anders behandelt werden als in Italien oder Frankreich.
Der praktische Rat: Prüfen Sie Ihre wichtigsten Suchbegriffe regelmäßig manuell, in jeder Sprache und in jedem Land, das für Ihr Geschäft zählt. Nur so wissen Sie, wo KI-Antworten Ihre Zielgruppe tatsächlich erreichen.
Die Richtung ist eindeutig, auch wenn sich die Größenordnung je nach Branche und Anfrage stark unterscheidet: Wenn die Antwort bereits auf der Suchergebnisseite steht, klicken weniger Nutzer weiter. Man spricht von Zero-Click-Suche. Das Phänomen ist nicht neu, Featured Snippets und Knowledge Panels hatten einen ähnlichen Effekt, doch KI-Antworten verstärken ihn.
Typisch ist ein Muster, das viele Unternehmen in ihren Daten sehen: Die Impressionen bleiben stabil oder steigen, die Position verändert sich kaum, aber die Klickrate sinkt bei informationsorientierten Begriffen. Ein Ratgeberartikel kann also weiterhin gut ranken und trotzdem weniger Besucher bringen als früher.
Gleichzeitig gibt es eine andere Seite. Wer in einer KI-Antwort als Quelle genannt wird, erreicht Nutzer in einem Moment, in dem sie bereits gut informiert sind. Die Besucher, die dann noch klicken, sind häufig weiter im Entscheidungsprozess. Weniger Klicks bedeuten deshalb nicht automatisch weniger Anfragen. Wir nennen bewusst keine pauschalen Prozentwerte: Sie hängen zu sehr von Branche, Sprache und Suchintention ab, um verlässlich zu sein.
Für B2B-Unternehmen ist die Veränderung besonders relevant, weil Kaufentscheidungen lange dauern und gründlich recherchiert werden. Ein Einkäufer, der früher zehn Seiten geöffnet hat, um Anbieter und Verfahren zu vergleichen, lässt sich heute vielleicht eine Zusammenfassung erstellen und öffnet danach nur noch zwei oder drei Seiten.
Daraus ergeben sich drei Konsequenzen:
Für den Mittelstand in Deutschland, Österreich und der Schweiz heißt das nicht, Content-Marketing aufzugeben, sondern es anders auszurichten: weniger allgemeine Texte, mehr belegbares Fachwissen, das eine KI gerne zitiert. Wie wir dabei vorgehen, beschreiben wir auf unserer Seite zu KI-SEO und GEO.
Nein. Generative Engine Optimization (GEO) baut auf SEO auf und ersetzt sie nicht. KI-Systeme wie die AI Overviews greifen auf Inhalte zurück, die Google ohnehin crawlt, indexiert und als vertrauenswürdig einstuft. Eine Seite, die technisch nicht erreichbar ist oder schwache Inhalte hat, wird auch nicht als Quelle zitiert.
Was GEO hinzufügt, ist eine andere Perspektive auf den Inhalt: Nicht nur die Frage, ob eine Seite für ein Keyword rankt, sondern ob sie präzise, eindeutige Aussagen enthält, die sich als Baustein einer Antwort eignen. Den Unterschied haben wir ausführlich im Beitrag GEO vs. SEO beschrieben.
In der Praxis empfehlen wir, beides als ein Projekt zu betrachten. Technik, Struktur und Autorität kommen aus der SEO, die Formulierung und Belegbarkeit der Inhalte aus der GEO. Getrennte Teams oder getrennte Budgets führen meist zu widersprüchlichen Prioritäten.
Es gibt keine Einstellung und keinen Trick, mit dem man eine Nennung erzwingen kann. Niemand kann seriös versprechen, dass eine bestimmte Seite in einer KI-Antwort erscheint. Was man beeinflussen kann, sind die Voraussetzungen, unter denen eine Quelle in Frage kommt:
Viele dieser Prinzipien gelten auch für andere KI-Systeme. Wie das bei ChatGPT funktioniert, erklären wir im Artikel Sichtbar in ChatGPT.
Im B2B-Bereich sind es selten die allgemeinen Ratgebertexte, die zitiert werden, sondern Inhalte mit echtem Fachwissen. Besonders geeignet sind:
Ein guter Test: Würde ein Fachkollege den Abschnitt als korrekt und hilfreich bewerten? Wenn ja, ist er ein Kandidat für eine Zitierung. Wenn der Text nur Allgemeinplätze enthält, die auf hundert anderen Seiten genauso stehen, gibt es für ein KI-System keinen Grund, gerade Ihre Seite auszuwählen.
Hier liegt ein Punkt, der in vielen Diskussionen fehlt. KI-Antworten werden in der Sprache des Nutzers erzeugt, und sie greifen vor allem auf Quellen in dieser Sprache zurück. Ein Einkäufer in Mailand sieht eine italienische Antwort, ein Einkäufer in Lyon eine französische. Ihre hervorragende deutsche Website hilft dort nur begrenzt.
Für ein exportierendes Unternehmen bedeutet das: KI-Sichtbarkeit muss Sprache für Sprache aufgebaut werden. Deutsch für den Heimatmarkt, Italienisch, Französisch, Englisch und weitere Sprachen für die Zielmärkte. Eine maschinell übersetzte Seite ohne eigene Belege und ohne lokale Nennungen wird selten als Quelle bevorzugt.
Dazu kommt die Konsistenz. Wenn Ihre deutsche Seite andere Angaben macht als die italienische, etwa zu Standorten, Zertifikaten oder Produktmerkmalen, entsteht ein widersprüchliches Bild. Mintense arbeitet seit 17 Jahren in 16 Sprachen und hat in Italien und Frankreich eigene muttersprachliche Teams vor Ort, in Verona und Lille. Diese Arbeit verbinden wir mit unserem Angebot für internationales SEO.
Hier ist Vorsicht angebracht. Die Google Search Console weist Daten aus den AI Overviews und dem KI-Modus nach unserem Kenntnisstand nicht als eigene Kategorie aus. Klicks und Impressionen aus diesen Formaten fließen in die allgemeinen Leistungsdaten der Websuche ein. Sie können also nicht einfach einen Filter setzen und sehen, wie oft Ihre Seite in einer KI-Antwort genannt wurde.
Was trotzdem funktioniert, ist eine Kombination aus mehreren Signalen:
Keine dieser Kennzahlen ist für sich allein exakt. Zusammen ergeben sie ein belastbares Bild der Entwicklung.
Eine Checkliste für die nächsten Monate, die sich in der Praxis bewährt hat:
In Gesprächen mit Unternehmen sehen wir immer wieder dieselben Fehlentscheidungen:
Mintense ist eine mehrsprachige Agentur für SEO, Google Ads, Social Ads und Sichtbarkeit in KI-Systemen, gegründet 2008 in Verona. Wir haben mehr als 200 Projekte in 60 Ländern betreut, mit eigenen muttersprachlichen Teams in Italien und Frankreich und einem Büro in London.
Bei der KI-Sichtbarkeit verbinden wir technische SEO, die Überarbeitung von Inhalten nach GEO-Kriterien und ein Monitoring, das wiederkehrende Prompts in jeder Zielsprache prüft. Sie haben einen festen Ansprechpartner und erhalten Ihre Berichte auf Deutsch, auch wenn die Arbeit in Italienisch oder Französisch stattfindet.
Wir versprechen keine Nennung in KI-Antworten. Wir schaffen die Voraussetzungen, unter denen Ihre Inhalte als verlässliche Quelle in Frage kommen, und messen die Entwicklung transparent. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zu KI-SEO und GEO, oder Sie schreiben uns über das Kontaktformular.
AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google bei bestimmten Suchanfragen über den normalen Ergebnissen einblendet. Der Nutzer hat dabei nicht aktiv nach einer KI-Antwort gefragt. Der KI-Modus (Google AI Mode) ist dagegen ein eigener Suchbereich, den der Nutzer bewusst wählt. Er liefert ausführlichere Antworten und erlaubt Folgefragen im Dialog. Beide Formate verweisen auf Quellen und belohnen dieselben Grundlagen: klare, überprüfbare und gut strukturierte Inhalte.
Bei informationsorientierten Suchanfragen ist das wahrscheinlich, weil ein Teil der Nutzer die Antwort direkt auf der Ergebnisseite liest und nicht mehr klickt. Wie stark der Effekt ist, hängt von Branche, Sprache und Suchintention ab. Bei kommerziellen Anfragen und Markensuchen ist er meist geringer. Wichtig ist, dass weniger Klicks nicht automatisch weniger Anfragen bedeuten: Besucher, die nach einer KI-Antwort noch klicken, sind oft schon weiter in ihrer Entscheidung.
Nein. Welche Quellen Google in AI Overviews oder im KI-Modus nennt, entscheidet allein das System, und die Auswahl ändert sich laufend. Seriöse Arbeit setzt bei den Voraussetzungen an: technisch saubere Seiten, präzise und überprüfbare Inhalte, eine klare Struktur, Erwähnungen durch Dritte und einheitliche Angaben in allen Sprachen. Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit, als Quelle herangezogen zu werden. Anbieter, die eine Nennung zusichern, versprechen etwas, das sie nicht kontrollieren können.
Nach unserem Kenntnisstand werden diese Daten in der Search Console nicht als eigene Kategorie ausgewiesen. Klicks und Impressionen fließen in die allgemeinen Leistungsdaten der Websuche ein. Hinweise liefern Muster wie steigende Impressionen bei sinkender Klickrate auf informationsorientierte Begriffe. Für ein vollständigeres Bild empfehlen wir zusätzlich ein Monitoring wiederkehrender Prompts in jeder Zielsprache, die Beobachtung von Markenerwähnungen und die Auswertung von Referral-Traffic aus KI-Diensten.
Ja, wenn diese Märkte für Ihr Geschäft wichtig sind. KI-Antworten werden in der Sprache des Nutzers erstellt und stützen sich vor allem auf Quellen in dieser Sprache. Ein italienischer Einkäufer sieht eine italienische Antwort, die sich kaum auf Ihre deutsche Website bezieht. Notwendig sind gut lokalisierte Seiten mit eigenen Belegen, Erwähnungen in Fachmedien des jeweiligen Landes und Angaben, die mit der deutschen Version übereinstimmen. Sichtbarkeit in KI-Systemen entsteht Sprache für Sprache.
Nein. Die KI-Funktionen von Google greifen auf Inhalte zurück, die gecrawlt, indexiert und als vertrauenswürdig bewertet wurden. Ohne technische Grundlagen, gute Inhalte und Autorität kommt eine Seite auch als Quelle für KI-Antworten kaum in Frage. Generative Engine Optimization ergänzt SEO um eine zusätzliche Perspektive: Inhalte so zu formulieren und zu strukturieren, dass sie sich als präziser Baustein einer Antwort eignen. Beides sollte als ein gemeinsames Projekt geplant werden.