Jede SEO-Strategie beginnt mit einer Frage: Welche Begriffe geben Ihre Kunden in die Suchmaschine ein, wenn sie ein Produkt oder einen Lieferanten wie Sie suchen? Die Keyword-Recherche beantwortet diese Frage mit Daten statt mit Vermutungen. Für Unternehmen, die in mehreren Ländern verkaufen, wird sie anspruchsvoller, denn Kunden in Wien, Zürich, Mailand oder Lyon suchen nicht mit denselben Wörtern. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie vorgehen, welche Werkzeuge helfen und welche Fehler Sie vermeiden sollten.
In diesem Artikel
Unter Keyword-Recherche, oft auch Keyword-Analyse genannt, versteht man die systematische Suche nach den Begriffen und Fragen, mit denen Ihre Zielkunden nach Lösungen suchen. Das Ergebnis ist keine lange Liste von Wörtern, sondern eine geordnete Übersicht: Welche Suchanfragen gibt es, wie oft werden sie gestellt, was erwarten die Nutzer und welche Seite Ihrer Website soll darauf antworten.
Ohne diese Grundlage entstehen Inhalte, die niemand sucht, oder Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen. Mit ihr lassen sich Website-Struktur, Texte, Überschriften und interne Verlinkung gezielt planen. Die Recherche dient außerdem der Priorisierung: Sie zeigt, welche Themen schnell Anfragen bringen können und welche eher langfristig Sichtbarkeit aufbauen. Auch für Google Ads ist sie nützlich, weil dieselben Daten zeigen, wofür sich bezahlte Suchanzeigen lohnen.
Hinter jeder Suchanfrage steht eine Absicht. Sie ist wichtiger als das Suchvolumen, denn eine Seite kann nur dann gut ranken, wenn sie diese Absicht erfüllt. Üblicherweise unterscheidet man vier Typen:
Die einfachste Methode, die Absicht zu erkennen, ist ein Blick in die Suchergebnisse. Zeigt Google für einen Begriff vor allem Ratgeber, erwarten die Nutzer Erklärungen. Zeigt es Shops und Herstellerseiten, erwarten sie Produkte. Eine Leistungsseite für einen informationalen Begriff hat wenig Chancen, ein Blogartikel für einen transaktionalen ebenso.
Das Suchvolumen gibt an, wie oft ein Begriff durchschnittlich pro Monat in einem Land gesucht wird. Es ist ein Anhaltspunkt, kein exakter Wert. Die Werkzeuge schätzen, runden und fassen ähnliche Schreibweisen oft zusammen. Für die Priorisierung reicht diese Genauigkeit, für Prognosen von Besucherzahlen nicht.
Drei Punkte sollten Sie beachten. Erstens ist ein niedriges Volumen im B2B normal. Ein Begriff mit 50 Suchen im Monat kann wertvoller sein als einer mit 5.000, wenn dahinter Einkäufer mit konkretem Bedarf stehen. Zweitens schwankt die Nachfrage im Jahresverlauf. Klimatechnik, Gartenbedarf oder Messethemen haben deutliche Spitzen, und der Durchschnitt verdeckt das. Google Trends zeigt solche Verläufe anschaulich. Drittens unterscheiden sich die Saisonkurven zwischen Ländern, etwa durch andere Ferienzeiten oder Messetermine. Planen Sie Inhalte deshalb so, dass sie vor der Saison veröffentlicht und indexiert sind.
Als Long Tail bezeichnet man spezifische Suchanfragen aus mehreren Wörtern, etwa „Edelstahl Dosierpumpe für Reinigungsmittel“ statt nur „Dosierpumpe“. Jede einzelne wird selten gesucht, zusammen machen sie aber einen großen Teil aller Suchen aus.
Für Unternehmen haben Long-Tail-Keywords drei Vorteile. Sie sind präziser, sodass die Absicht klarer ist und Besucher eher anfragen. Sie sind meist weniger umkämpft, weil große Portale sie nicht gezielt bearbeiten. Und sie passen zu der Art, wie Menschen heute Fragen formulieren, auch in Sprachassistenten und KI-Systemen.
Long-Tail-Begriffe finden Sie in den Suchvorschlägen von Google, im Bereich „Ähnliche Fragen“ der Suchergebnisse, in der Search Console Ihrer eigenen Website und in den Fragen, die Ihr Vertrieb täglich beantwortet. Gerade diese letzte Quelle wird oft unterschätzt.
Für eine solide Recherche brauchen Sie keine große Werkzeugsammlung. Die wichtigsten Quellen sind:
Kein Werkzeug ersetzt das Urteil eines Menschen, der den Markt und die Sprache kennt.
Bevor Sie einen Begriff auswählen, sollten Sie sich die Suchergebnisseite ansehen, die sogenannte SERP. Sie verrät mehr als jede Kennzahl zur Keyword-Schwierigkeit:
Prüfen Sie die SERP immer im jeweiligen Land. Ein Begriff kann in Deutschland von Händlern dominiert sein und in Österreich von Herstellern. Werkzeuge mit Länderfilter oder eine Suche über die entsprechenden Ländereinstellungen helfen dabei.
Am Ende der Recherche steht nicht eine Liste, sondern eine Zuordnung. Gruppieren Sie Begriffe mit gleicher Absicht zu Themenclustern und weisen Sie jedem Cluster genau eine Seite zu. Zum Beispiel gehören „Dosierpumpe kaufen“, „Dosierpumpe Hersteller“ und „Dosierpumpen Anbieter“ auf dieselbe Seite, während „Dosierpumpe einstellen“ einen eigenen Ratgeber verdient.
Diese Zuordnung verhindert, dass mehrere Seiten um denselben Begriff konkurrieren, ein Problem, das als Kannibalisierung bekannt ist. Sie zeigt außerdem Lücken: Themen, nach denen gesucht wird, zu denen Ihre Website aber noch keine passende Seite hat. Daraus ergibt sich ein Redaktionsplan.
Ein bewährtes Modell ist die Kombination aus einer Hauptseite pro Leistung und mehreren Ratgebern, die Detailfragen beantworten und auf die Hauptseite verlinken. Damit diese Struktur auch technisch funktioniert, sollten URL-Aufbau, interne Links und Indexierung stimmen. Mehr dazu im Beitrag zum technischen SEO.
Der häufigste Fehler bei der Keyword-Recherche international ist die Übersetzung der deutschen Liste. Eine korrekte Übersetzung ist nicht automatisch der Begriff, den Kunden im Zielland eingeben. Ein bekanntes Beispiel ist der Gabelstapler: Im Italienischen lautet der Fachbegriff „carrello elevatore“, im Alltag sagen viele aber „muletto“. In Frankreich ist neben „chariot élévateur“ der Markenname „Fenwick“ als Gattungsbegriff verbreitet. Wer nur den Fachbegriff verwendet, verpasst einen Teil der Nachfrage.
Hinzu kommen Unterschiede in der Suchintention, im Wettbewerb und in der Art, wie Einkäufer Anbieter suchen. Die Recherche muss deshalb in jedem Land neu durchgeführt werden, idealerweise von Muttersprachlern, die den Markt kennen. Die Übersetzung kann als Ausgangspunkt für die Ideensammlung dienen, die Entscheidung treffen die Daten. Wie Mintense Recherche und Übersetzung verbindet, beschreiben wir auf der Seite SEO-Übersetzung.
Auch innerhalb des deutschen Sprachraums suchen Kunden nicht überall gleich. Für die Recherche sollten Sie Deutschland, Österreich und die Schweiz als getrennte Märkte behandeln:
Für die meisten Unternehmen reicht eine gemeinsame deutschsprachige Seite mit regionalen Varianten im Text. Bei starken Unterschieden können eigene Länderversionen sinnvoll sein. Wie Sie Länder und Sprachen in einer Strategie zusammenführen, zeigt unsere Seite zum internationalen SEO.
Italien und Frankreich gehören für viele Unternehmen aus der DACH-Region zu den wichtigsten Exportmärkten. In beiden Ländern dominiert Google die Suche, die Methode bleibt also gleich. Die Ergebnisse unterscheiden sich aber deutlich von der deutschen Liste.
In Italien wird viel mit Fragen und mit regionalen Zusätzen gesucht, etwa mit dem Namen einer Provinz oder Stadt. Im B2B spielt der Begriff „preventivo“ (Kostenvoranschlag) eine große Rolle, weil Einkäufer gezielt nach Angeboten suchen. In Frankreich ist „devis“ das Gegenstück. Französische Nutzer verwenden zudem häufig englische Fachbegriffe im Marketing und in der Technik, aber nicht in allen Branchen.
Mintense arbeitet in beiden Ländern mit eigenen muttersprachlichen Teams in Verona und in Lille. Die Recherche entsteht dort, wo die Sprache gesprochen wird. Mehr dazu auf unseren Seiten SEO-Agentur Italien und SEO-Agentur Frankreich.
Mit KI-Übersichten in Google und Systemen wie ChatGPT oder Perplexity verändert sich die Art, wie Menschen suchen. Statt kurzer Stichwörter stellen sie vollständige Fragen: „Welche Hersteller von Edelstahlbehältern liefern nach Italien?“ Die Keyword-Recherche sollte diese Fragen einbeziehen.
Quellen dafür sind der Bereich „Ähnliche Fragen“ in Google, die Fragen aus Vertrieb und Kundenservice, Foren und Fachgruppen sowie die Search Console, in der längere Fragen zunehmend auftauchen. Ordnen Sie die Fragen den passenden Seiten zu und beantworten Sie sie dort klar und überprüfbar, zum Beispiel in einem FAQ-Bereich.
Ob ein KI-System Ihr Unternehmen nennt, lässt sich nicht erzwingen. Klare Antworten, strukturierte Informationen und Erwähnungen in unabhängigen Quellen erhöhen aber die Wahrscheinlichkeit. Diese Arbeit muss in jeder Sprache erfolgen, denn ein Modell, das auf Italienisch antwortet, stützt sich vor allem auf italienische Quellen.
Eine gute Recherche wirkt erst, wenn sie auf der Website ankommt. Einige praktische SEO-Tipps für die Umsetzung:
Wenn Sie in mehreren Ländern sichtbar werden möchten, unterstützen wir Sie von der Recherche bis zur Umsetzung. Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie auf der Seite internationales SEO.
Keyword-Recherche ist die systematische Suche nach den Begriffen und Fragen, die potenzielle Kunden in Suchmaschinen eingeben. Sie umfasst das Sammeln von Ideen, die Bewertung nach Suchvolumen, Suchintention und Wettbewerb sowie die Zuordnung der Begriffe zu einzelnen Seiten einer Website. Das Ergebnis ist eine Grundlage für Website-Struktur, Texte und interne Verlinkung. Für Unternehmen, die in mehreren Ländern tätig sind, muss die Recherche für jedes Land und jede Sprache separat erfolgen.
Beginnen Sie mit den Begriffen, die Ihre Kunden im Gespräch, in Anfragen und in Ausschreibungen verwenden. Ergänzen Sie diese Liste mit Daten aus der Google Search Console, dem Google Keyword Planner und den Suchvorschlägen von Google. Prüfen Sie dann für die wichtigsten Begriffe die Suchergebnisse, um die Absicht der Nutzer zu verstehen. Wählen Sie Keywords, die zu Ihrem Angebot passen und realistische Chancen bieten, auch wenn ihr Suchvolumen niedrig ist.
Als Ausgangspunkt ja, als Ergebnis nein. Eine korrekte Übersetzung ist nicht immer der Begriff, den Kunden im Zielland tatsächlich eingeben. Oft gibt es umgangssprachliche Varianten, Markennamen als Gattungsbegriffe oder andere Formulierungen für dieselbe Absicht. Auch Suchvolumen und Wettbewerb unterscheiden sich von Land zu Land. Die Keyword-Recherche sollte deshalb in jeder Sprache neu durchgeführt werden, am besten von Muttersprachlern, die den Markt und die Branche kennen.
Ja, teilweise deutlich. Österreich und die Schweiz haben eigene Begriffe, etwa „Offerte“ statt „Angebot“ in der Schweiz oder „Jänner“ statt „Januar“ in Österreich. In der Schweiz wird zudem kein ß verwendet. Auch die Suchvolumen sind wegen der Marktgröße niedriger, und in den Suchergebnissen ranken oft andere Anbieter. Für viele Unternehmen genügt eine deutschsprachige Seite mit regionalen Varianten. Bei großen Unterschieden im Angebot oder im Wettbewerb können eigene Länderversionen sinnvoll sein.
Die wichtigsten kostenlosen Quellen stammen von Google. Die Search Console zeigt, für welche Suchanfragen Ihre Website bereits erscheint. Der Keyword Planner in Google Ads liefert Ideen und Volumenschätzungen pro Land, ohne laufende Kampagnen allerdings oft nur als Spanne. Google Trends zeigt Saisonalität und regionale Unterschiede. Dazu kommen die Suchvorschläge und der Bereich „Ähnliche Fragen“ in den Suchergebnissen. Kommerzielle Werkzeuge bieten größere Datenbanken und Wettbewerbsanalysen, sind für den Einstieg aber nicht zwingend nötig.
Eine vollständige Recherche ist bei der Planung einer neuen Website, eines Relaunchs oder beim Eintritt in einen neuen Markt nötig. Danach empfiehlt sich eine Überprüfung mindestens einmal im Jahr, denn Suchverhalten, Wettbewerb und Angebot verändern sich. Die Search Console sollten Sie häufiger auswerten, etwa monatlich, um neue Suchanfragen und Seiten mit sinkender Sichtbarkeit zu erkennen. Mit der Verbreitung von KI-Suche lohnt es sich zudem, regelmäßig neue Fragen der Kunden aufzunehmen.